LRSD i. R. Jörgen Nieland

Am 7. Mai 2009 wurde Herr LRSD i. R. Jörgen Nieland nach einem ergreifenden Gottesdienst auf dem Friedhof in Mettmann von einer großen Trauergemeinde zur letzten Ruhe getragen. Die Familie, zahlreiche Kolleginnen und Kollegen, Freunde und Bekannte gaben ihm das letzte Geleit. Zu den Trauergästen zählten auch der stellvertretende Bischof der namibischen Kirche und der Präses der Rheinischen Landeskirche.

Jörgen Nieland war am 17.April 2009 bei einem Autounfall in Namibia tödlich verunglückt. Mit ihm starb auch Dr. Klaus Lefringhausen, der Gründer des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD in Bochum, der sich in der staatlichen und kirchlichen Entwicklungshilfe engagiert hat und Integrationsbeauftragter des Landes NRW war.

Jörgen Nieland wurde am 16.3.1936 als Sohn eines evangelischen Pfarrers und späteren Oberkirchenrates geboren. Seine Jugend verbrachte er in Monschau. Jörgen Nieland lebte in Mettmann, war verheiratet und hatte drei Kinder. In der Predigt beim Trauergottesdienst wurde eindrucksvoll deutlich, wie sehr seine Familie, seine Kinder und Enkelkinder für ihn Lebensmittelpunkt gewesen sind, aber auch, wie sehr er sich als Mitglied in seiner Kirchengemeinde engagierte. So blieb es nicht aus, dass er zahlreiche verantwortungsvolle Aufgaben in der Kirchenleitung der Rheinischen Landeskirche, u. a. als berufenes Mitglied des Landessynode (sein Vertreter war Johannes Rau), aber auch in der EKD ehrenamtlich wahrnahm. In diesen Funktionen brachte er aus seiner breiten beruflichen Erfahrung die Anliegen der Schule sachkundig ein; er war in vorderster Linie an der Schuldiskussion innerhalb seiner Kirche beteiligt und hatte einen bedeutenden Einfluss auf die Formulierung von Positionen der evangelischen Kirche in Bildungsfragen. Sein Herz gehörte der Jugendarbeit. Die Evangelische Jugend des Rheinlandes würdigt ihn in einem Nachruf als „Freund, Fürsprecher und Förderer der Jugend, wie ihn gerade die Schwachen brauchen“.

Jörgen Nieland hatte schon in den 80-iger Jahren seine Liebe zu Namibia entdeckt. Es mag ihn besonders gefreut haben, dass seine jüngste Tochter mit ihrem Mann das Angebot erhielt, in der namibischen Kirche Aufgaben zu übernehmen. So zog es ihn bis zuletzt immer wieder und oft mehrmals im Jahr in dieses Land.

Jörgen Nieland studierte Mathematik, Sport und evangelische Religionslehre. Nach Tätigkeiten als Lehrer am Geschwister-Scholl-Gymnasium und als Fachleiter für evangelische Religion am Seminar in Düsseldorf von 1966 bis 1975 wurde er 1976 als Oberschulrat in das Schulkollegium Düsseldorf berufen und war bis zu seiner Pensionierung 2001 als schulfachlicher Dezernent u. a. zuständig für die Fachaufsicht evangelische Religion, zeitweise auch für die Fachaufsicht in seinen anderen Fächern. Ein langjähriger Weggefährte würdigt ihn als „klar und nüchtern, verlässlich, präzise, hartnäckig, durchsetzungsfähig, auch liebenswürdig kollegial mit trockenem Humor, hilfsbereit, im Dialog immer mit einer Fülle von Argumenten“.

Jörgen Nieland wird nicht zuletzt als ein gerechter Vorgesetzter, dem die fachliche und persönliche Förderung der ihm anvertrauten Lehrkräfte ein wichtiges Anliegen war, und als einfühlsamer und rücksichtsvoller Kollege in Erinnerung bleiben, der im Kreis der Dezernentinnen und Dezernenten ein hoch geachteter Kristallisationspunkt war.

Die VLBB trauert um ihn als einen erfahrenen und weitsichtigen Gesprächspartner in allen Fragen der Entwicklung und Sicherung einer wirksamen und zeitgemäßen Schulaufsicht, der stets einen klaren Standpunkt einnahm und berechenbar war. Bereitwillig ließ er sich immer wieder für Aufgaben in der VLBB in die Pflicht nehmen. Im Rahmen der Vorstandsarbeit der VLBB hatte sein kluger Rat Gewicht. Die VLBB gedenkt seiner in Dankbarkeit.